Projektübersicht

Foto: Tilo Ronschke

Über das Bahnprojekt Knoten Frankfurt-Stadion

Der Eisenbahnknoten Frankfurt gehört zu den am stärksten genutzten Verkehrsknoten im Schienennetz der Deutschen Bahn. Aber bereits heute stößt er an seine Kapazitätsgrenzen. Der Grund: In den vergangenen Jahren hat das Angebot im Personenverkehr stetig zugenommen.

Knoten Frankfurt: Zwischen Frankfurt am Main Stadion und Frankfurt (Main) Hauptbahnhof nutzt der Personenverkehr bisher nur zwei Gleise.

So treffen im Bereich des Bahnhofs Frankfurt am Main Stadion die zweigleisigen Strecken aus Richtung Mannheim, Köln und Mainz zusammen, zusätzliche Mehrverkehre entstehen durch die geplante Neubaustrecke Rhein/Main–Rhein/Neckar. Zwischen Frankfurt am Main Stadion und dem Hauptbahnhof nutzt der gesamte Personenverkehr derzeit eine nur zweigleisige Trasse. Lediglich die S-Bahnen werden bereits auf separaten Gleisen geführt.

Eine erste Baustufe wurde im Januar 2015 mit der Inbetriebnahme neuer Gleisverbindungen im Bereich des Bahnhofs Frankfurt am Main Stadion beendet. Die neuen Gleisverbindungen schaffen durch die Umlegung von Weichen und die Anpassung von Signal- und Oberleitungsanlagen zahlreiche Fahrmöglichkeiten. Reisende profitieren zudem vom Wegfall von Wartezeiten auf freier Strecke durch bisher unvermeidliche Zugkreuzungen: So fahren Züge der S-Bahn-Linie 7 Richtung Frankfurt (Main) Hauptbahnhof jetzt kurz hinter dem Bahnhof Zeppelinheim auf ein neu errichtetes, 1,4 Kilometer langes Gleis Richtung Stadion, während der vom Flughafen kommende Fernverkehr auf einem parallelen Gleis den Hauptbahnhof ansteuert. Auch der Güterverkehr hat damit eine neue direkte Verbindung Richtung Frankfurt (Main) Süd.

In der zweiten Baustufe entstehen zwischen dem Bahnhof Frankfurt am Main Stadion und der Eisenbahnüberführung über die Gutleutstraße - östlich der bereits vorhandenen Trasse - zwei zusätzliche Gleise für den Fernverkehr. Dadurch wird der vier Kilometer lange Streckenabschnitt durchgehend sechsgleisig und der Fern- und Regionalverkehr voneinander getrennt. Zudem werden insgesamt sieben Eisenbahnüberführungen und sogenannte Kreuzungsbauwerke aus- und neugebaut, einschließlich einer dritten Eisenbahnbrücke über den Main. Entlang des Abschnitts werden außerdem Stützwände und Lärmschutzwände neu errichtet.

Die Mainbrücke vor und nach dem Bau der dritten Brücke

 

Auch landschaftspflegerische und artenschutzrechtliche Ersatzmaßnahmen werden umgesetzt.

Die zweite Baustufe befindet sich derzeit im Planfeststellungsverfahren. Der Beginn der Hauptbauleistungen ist für 2021 vorgesehen.

In der dritten Baustufe werden die Gleisverbindungen zwischen dem Bahnhof Frankfurt am Main Stadion und dem Bahnhof Zeppelinheim ausgebaut. Durch den Neubau von zwei Gleisen wird die durchgehende Viergleisigkeit des Streckenabschnitts erreicht und Kapazitätsengpässe aufgelöst. Insgesamt werden in diesem Abschnitt zehn Eisenbahn- und Straßenüberführungen und sogenannte Kreuzungsbauwerke aus- und neugebaut. Zudem werden zwei Stützbauwerke und Lärmschutzwände neu errichtet.

Mit dem Bau der neuen Gleise werden außerdem umfangreiche Erweiterungen der leit- und sicherungstechnischen Anlagen erforderlich, die über Elektronische Stellwerke (ESTW) gesteuert werden. Für die Steuerung des Bahnhofs Zeppelinheim ist der Bau eines neuen Modulgebäudes geplant.

Die Teilinbetriebnahmen der zweiten und dritten Baustufe sind so miteinander verzahnt, dass die Fertigstellungen zeitgleich erfolgen.